2. Vereinsworkshop

Zweite Vereinskonferenz : Fortschritte auf dem Weg zur neuen Vereinsrichtlinie


Auf Einladung von Jahn Beichel, Gemeinderat der Freien Wähler und engagierter Vereinsvorstand, kamen am Samstag Vertreter Malscher Vereine im Bürgerhaus zur zweiten Vereinskonferenz zusammen. „Wir wollen heute an die Ergebnisse der ersten Konferenz im Mai diesen Jahres anknüpfen. Damals hatten wir uns mit den Ergebnissen der Vereinsbefragung befasst und erste Ideen entwickelt, wie wir die Vereinsförderung durch die Gemeinde an die geänderten Bedürfnisse der Vereine anpassen können“, rief er in seinen einführenden Worten in Erinnerung. „Ziel der heutigen Veranstaltung ist, das Regelwerk so anzupassen, dass die Ressourcen der Gemeinde möglichst fair allen in Vereinen engagierten Bürgern zugute kommen.“ Er freue sich über die Teilnahme zahlreicher Vorstände Malscher Vereine, bedauere aber auch, dass Vertreter dreier großer Vereine erneut nicht den Weg ins Bürgerhaus zum dreistündigen Gedankenaustausch gefunden hatten, so Jahn Beichel.

Zum Einstieg in das Themenfeld fasste anschließend Johannes Hoffmann in wenigen Sätzen nochmals die Informationen aus der ersten Vereinskonferenz zusammen. Wie schon bei dieser Konferenz im Mai erwähnt, wird die Gemeinde nach seinen Erwartungen im Jahr 2019 rund 45.000 € bar an die Vereine zur Unterstützung ihrer Arbeit ausschütten. Mit Blick auf den Anspruch der fairen Mittelverteilung gelte es aber auch, die unbaren Leistungen, also Sachleistungen der Gemeinde, transparent zu machen. Den einheimischen Vereinen stehen das Bürgerhaus, zahlreichen Hallen sowie zeitweise die Turnhallen der Schulen zur Nutzung für Vereinszwecke zur Verfügung. Alle diese Gebäude werden von der Gemeinde unterhalten und zu geringen Mieten, teilweise aber auch kostenlos, den Vereinen zur Nutzung überlassen. Dem Haushaltsplan der Gemeinde können die gesamten Kosten, die diese Hallen jährlich verursachen, großteils entnommen werden: die jährlichen Gesamtaufwendungen bewegen sich im Bereich von 1 bis 2 Mio €. Zu beachten ist aber, dass nicht alle Gebäude ausschließlich der Nutzung durch Vereine dienen; da die Nutzungsanteile durch die Gemeinde selbst oder durch Dritte nicht transparent sind, konnte der Anteil der Aufwendungen, die den Vereinen zuzurechnen ist, nur geschätzt werden: er dürfte sich in der Größenordnung von rund 1 Mio € bewegen. Diese unbaren Leistungen, so das Zwischenfazit der beiden Referenten, sind erheblich höher als die Barleistungen für die Vereine. Selbst die teilweise getätigten Mietzahlungen durch Vereine verschieben dieses Bild nicht, da die Summe der Mieteinkünfte nur wenige Zehntausend Euro beträgt.

Nicht alle Vereine können Räumlichkeiten der Gemeinde zu diesen finanziell günstigen Konditionen nutzen, weil die Gemeinde z.B. keine Sportplätze besitzt und zur Verfügung stellen kann. Die finanziellen Folgen eigener Liegenschaften müssen diese Vereine (z.B. Fußball, Tennis, Motoball, Turnen, Schießsport usw.) nahezu vollständig selbst stemmen. Gemeindliche Zuschüsse zur Platzpflege decken nur einen Bruchteil der jährlichen Kosten ab, Instandhaltungen bis hin zu Grundrenovierungen gehen zu Lasten der Vereine und ihrer Mitglieder. Die Teilnehmer der Vereinskonferenz stimmten dem Vorschlag von Jahn Beichel zu, dass die Bedingungen für „Sonderzuwendungen“, die in der aktuellen Vereinsrichtlinie festgelegt sind und Zuschüsse für derartige Fälle vorsehen, überarbeitet werden müssen. Hierzu sei eine gesonderte Vereinskonferenz mit den Verantwortlichen der Vereine, die Liegenschaften besitzen, als nächster Schritt erforderlich. Schließlich sei der Renovierungsstau im Vergleich zu gemeindeeigenen Gebäuden nicht mehr zu übersehen und würde langfristig die Existenz einiger Vereine infrage stellen.

Im zweiten Teil widmeten sich die Teilnehmer der Ausgestaltung der Vereinsrichtlinie. Um das heutige Förderkonzept zu hinterfragen, neue Ideen einzuarbeiten und nicht mehr Zeitgemäßes zu streichen, stellte Herr Hoffmann seine Auswertungen von Vereinsrichtlinien aus den Malscher Umlandgemeinden vor. Hier fanden sich zahlreiche Anregungen für andere Förderkonzepte, die von den Teilnehmern aufgegriffen und diskutiert wurden. Nach Auswertung der Ideen und Kommentare werden die beiden FW- Akteure in den nächsten Wochen eine neue Vereinsrichtlinie formulieren, die sie allen Vorsitzenden Malscher Vereine als Vorschlag zusenden werden. Gelingt es, den anspruchsvollen Zeitrahmen zu halten, soll diese neue Richtlinie im Frühjahr nächsten Jahres dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. Beide sagten auch zu, die gezeigten Unterlagen ergänzt um die Dokumentation aller Vorschläge der Teilnehmer in den nächsten 14 Tagen auf den Webseiten der Freien Wähler zu veröffentlichen. Allen interessierten Bürgern soll so Gelegenheit geboten werden, sich über vorgestellten Inhalte und die geplanten Änderungen zu informieren.

“Der Zeitplan für die noch zu erledigenden Arbeiten dieses Projekts ist straff, wir wollen aber zum Nutzen aller Vereine bald vorankommen“, betonte Jahn Beichel in seinem Schlusswort. „Im Frühjahr nächsten Jahres wollen wir auch alle Vereine mit Liegenschaften an einen Tisch bringen, um die Probleme dieser Vereine einer Lösung näherzubringen.“ Erfreulich für die Veranstalter war die positive Rückmeldung der Teilnehmer: auch wenn eine kleine Skepsis blieb, ob die Umsetzung in der geplanten Zeit zu schaffen ist, fanden sie die gezeigten Informationen sehr interessant und hilfreich und bestätigten, dass die Veranstaltung ihre Zeit wert war.

 

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Anbei einige wenige Impressionen